design guidelines

Design Guidelines in der App-Entwicklung

Der Erfolg einer mobilen Applikation (kurz “App”) wird in den frühen Phasen eines Projektes
gelegt. Die Anforderungen müssen klar, verständlich und mit allen Stakeholdern vereinbart
sein. Unklarheiten sind hierzu frühestmöglich zu eliminieren. Sind die expliziten und impliziten Anforderungen definiert, wird ein App-Konzept und ein App-Design erstellt.
Hierzu sind die Anforderungen an die Zielplattform unterschiedlich. Die beiden großen
Betriebssysteme für mobile Geräte sind Android und iOS. Ihr Marktanteil zusammen liegt bei
weit über 90 Prozent.

Für die App-Entwicklung ist dies eine Herausforderung, beide
Plattformen sollten unterstützt werden, um eine breite Masse an Usern zu erreichen.
Während deutlich mehr User Android nutzen und die Zielgruppe größer ausfällt, gelten User
von iOS-Geräten als zahlungsfreudig. Um eine App für beide Plattformen optimal zu entwickeln, sind deswegen die Design Richtlinien von Google und Apple zu beachten. Wenn die Design Guidelines nicht eingehalten werden, besteht die Gefahr einer schlechten User Experience für den App-Nutzer.

Was sind Design Guidelines?

Design Guidelines sind in erster Linie einheitlich geltende Regeln bzw. Richtlinien für die Entwicklung von Software. Sie verbessern hierzu die User Experience und vereinheitlichen die Gestaltung von Software. Denn wenn Software nach dem gleichen Schema arbeitet, finden sich Nutzer schnell und einfach zurecht. Aus diesem Grund werden Missverständnisse hier vermieden. Anwendungsgebiete von Design Guidelines sind zum Beispiel Desktop-Programme, Webseite und Apps. In Design Guidelines sind Werkzeuge, Komponenten und natürlich Richtlinien enthalten. Mit diesem Toolset werden Benutzeroberflächen erstellt, an die User gewöhnt sind um die bestmögliche User Experience zu erzielen. Hierzu sind die beiden bekanntesten Guidelines für die Erstellung von Apps die Material Design von Google und Human Interface Guidelines von Apple. Was diese beiden Guidelines auszeichnet, erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

Human Interface Guidelines

Die Richtlinien der Human Interface Guidelines basieren auf Erkenntnisse von
verschiedenen Usability-Studien und Erfahrungen von Entwicklern. Um wie oben erwähnt
dem User eine hohe User Experience und Standards zu bieten, wurden hierzu Guidelines für die Plattform iOS entwickelt. Der Fokus liegt hierbei auf den Standard-Bedienelementen in der
App. Dies sind beispielsweise einfache Schaltflächen, Symbole und App-Icons oder auch
Vorgehen für Berechtigungsanfragen oder Dialoge.

Folgende Punkte fördern die Human Interface Guidelines:

Klarheit: Die Symbole sind angemessen, der Text ist lesbar und die Verzierungen
sind subtil
Fügsamkeit: Der Inhalt füllt den gesamten Screen aus, die bewegungen sind fließend
und die Benutzeroberfläche ist schön gestaltet.
Tiefe: Das Verständnis wird durch visuelle Ebenen und Hierarchie gefördert.
Übergänge vermitteln Tiefe.
https://developer.apple.com/design/human-interface-guidelines/ios/overview/themes/

Material UI Guidelines

Im Jahr 2014 wurden die Guidelines für das Material UI unter dem Codenamen Quantum
Paper von Google entwickelt. Ähnlich wie bei den Human Interface Guidelines liegt das
Hauptaugenmerk auf das vereinheitlichen der Bedienelemente, Oberflächen und Verhalten
von Software. Material UI ist zudem nicht nur in der Android App-Entwicklung verbreitet
sondern auch sehr verbreitet bei Webseiten und zeichnet sich durch geräte- und
plattformübergreifende User Experience aus. Das Design von Material UI beruht hierzu auf dem Verhalten von Papierkärtchen, speziell bei schrägem Lichteinfall. Durch den schrägen
Lichteinfall werfen diese einen sichtbaren Schatten. Dies stellt die Grundlage der
Designsprache dar, zudem sind Elemente des Flat Designs darin zu finden.


Im Jahre 2014 hatte Android zu diesem Zeitpunkt kein einheitliches Design was Apps bzw.
Software betrifft. Dies hat sich mit der Einführung von Material UI geändert, Apps sowie
Standard Komponenten des Betriebssystems orientieren sich seither an diese. Seither fügen
sich auch Android-Apps von externen Entwicklern in das System ein wie Apps von Google.
https://material.io/design/introduction/#principles

Checkliste für ein erfolgreiches App-Design

  • Anforderungen sollen vor Entwicklungsbeginn abgestimmt sein
  • Plattformspezifisches Design (Android und iOS)
  • User Experience bieten und fördern
  • Klarheit
  • Einfach
  • Fügsamkeit
  • Tiefe

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