Führungsstile zu Corona-Zeiten

Wie sollten sich Führungskräfte zu Zeiten der Corona-Krise verhalten? Welche Anpassungen sind vorzunehmen?

Die Corona-Krise versetzt die ganze Welt in eine Lage, die es seit Jahrhunderten nicht mehr gab. Geschäfte schließen, Messen, Konzerte oder Festivals sind abgesagt, Kontaktverbot, Maskenpflicht und vieles mehr. In solchen Zeiten ist es besonders an Führungskräften von Unternehmen, sich anzupassen und möglichst schnell eine Richtung zu finden, die das Unternehmen einschlagen kann, um weiterhin konkurrenz- und marktfähig zu sein.

Das wichtigste ist, sich durch Fakten Transparenz zu schaffen. Was darf ich? Was darf mein Team? Was muss vermieden werden? Wie sind verschiedene Situationen gesetzlich anzugehen?
Wer seinem Team klar aufzeigt, was zu vermeiden ist und was geändert werden muss, nimmt seinen Mitarbeitern auch indirekt Unsicherheit oder Angstgefühl.
Wichtig ist, für sich selbst zu klären, was die eigene Verantwortung ist und was in der Verantwortung der Mitarbeiter liegt. Eine Führungskraft sollte in einer Krise für Prioritäten sorgen, aber auch den Mitarbeitern ihren Teil der Verantwortung überlassen; zumal durch das Gefühl der Selbstverantwortung das Selbstvertrauen der Mitarbeiter enorm gesteigert werden kann.
„Zugleich ist es wichtig, den Mitarbeitern ihren Teil der Verantwortung zu überlassen, zumal durch das Gefühl der Selbstverantwortung das Selbstvertrauen und Vertrauen der Mitarbeiter gestärkt werden“, so Psychologin und Führungskräfte-Coach Felicitas von Elverfeldt. [1]

Ebenso wichtig sind ein sicheres Arbeitsklima durch bereitgestellte Technik und fest definierte Onlinemeetings. Ein Mitarbeiter sollte stets das Gefühl haben, dass ich im Arbeitsalltag nichts bzw. nicht viel verändert hat. Durch Homeoffice entstehen ganz neue Herausforderungen, die jeder persönlich zu meistern hat. Regelmäßige Meetings (z.B. Videokonferenz in der Kaffeepause, in der man sich gemeinsam unterhält oder gemeinsame Feierabende) können den Mitarbeitern so ein Gefühl der Zusammengehörigkeit vermitteln – selbst, wenn man räumlich getrennt ist.[2] Die funktionierende Technik trägt hierzu einen ganz entscheidenden Teil bei, da ohne funktionstüchtige Software, Hardware und Infrastruktur der Workflow massiv behindert wird. In einer Ausnahmesituation eine Struktur zu schaffen ist enorm wichtig, denn je schnelle eine solche Struktur (sei es durch Technik oder Arbeitsabläufe) hilft, in den normalen Rhythmus zu finden.

Homeoffice-Abbildung
Abbildung 1: Homeoffice kann entspannend sein – benötigt aber trotzdem Struktur.

Nahbar und kommunikativ sein

Die Krise ist eine Chance, sich empathisch zu zeigen: Anteil nehmen am Leben der Anderen und sich selbst als Mensch – und nicht als „Chef“ – zeigen, stellt Verbundenheit und Vertrauen her. Außerdem kann Wertschätzung auch über Handlungen ausgedrückt werden. Zum Beispiel ein ausgesprochener Dank oder ein Essen für alle, die am Arbeitsplatz sind, zu spendieren, steigert das Gefühl der Verbundenheit und Teamgefühl.
Ein generelles Verständnis für Enttäuschungen, Rückschläge oder Ängste der Mitarbeiter zu haben, ist in solch einer Situation ganz entscheidend. Auch hier die menschliche Seite zu zeigen und Gespräche anzubieten kann Wunder bewirken. Die Führungskraft kann an Erfolge erinnern und aufzeigen, welche Herausforderungen schon gemeinsam erfolgreich gemeistert wurden. Fr. von Elverfeldt spricht hier davon, „[…] sich verständnisvoll und empathisch zu zeigen und zugleich den Kollegen an seine Stärken, Kompetenzen und Erfahrungen in anderen gemeisterten Krisen zu erinnern.“[2]

Fazit

Dass in einer solchen Situation Stress und Ungewissheit herrscht, ist völlig normal und ernst zu nehmen. Allerdings kann eine Führungskraft auf verschiedene Weise auf ihr Team einwirken, um Sicherheit und Normalität zu vermitteln. Wichtig hierbei ist, dass man zwar direkte Vorgaben gibt und sich darum kümmert, dass alle Mitarbeiter (ob Homeoffice oder vor Ort) vernünftig arbeiten können; trotzdem sollte man in einer solchen Zeit mehr Mensch sein, kommunikativ mit Rat zur Seite stehen und Verständnis für eventuelle schwierige Situationen aufzeigen. Denn durch so eine Krise kommt man am besten gemeinsam.

Quellen:

[1]: https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/buero-co/was-sollen-fuehrungskraefte-in-der-corona-krise-tun-16714466.html
[2]: https://www.merkur.de/leben/karriere/experte-verraet-sollten-sich-fuehrungskraefte-corona-ausnahmesituation-verhalten-zr-13698022.html
[3]: https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/buero-co/was-sollen-fuehrungskraefte-in-der-corona-krise-tun-16714466-p3.html
Abbildung 1: https://pixabay.com/de/photos/homeoffice-kaffee-computer-laptop-5000280/

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