Ökologisches Webdesign

So kann ein Webdesign nachhaltig entwickelt werden

Klimaschutz! Kein Thema ist in der Gesellschaft so heiß diskutiert. Knapp 98% der Wissenschaftler sind sich einig, dass der Klimawandel durch uns Menschen entstanden ist. Der Mensch hat die Aufgabe, sein CO2-Haushalt zu senken. Eine schwere Aufgabe, denn jede Handlung oder Prozess stößt CO2 aus. Selbst der Besuch einer Webseite verbraucht CO2. Designer und Entwickler stehen vor einer Herausforderung. Was macht ein schlankes Webdesign aus? Wie kann eine Webseite schlank entwickelt werden? DIes sind alles Fragen, die im ökologischen Webdesign eine tragende Rolle spielen.

Was sind die möglichen Ursachen?

Wenn das „Internet“ ein Land wäre, dann würde dieses einen Platz in den Top 10 beim Ausstoßen von CO2 belegen. Aber warum wird eigentlich CO2 ausgestoßen durch das Nutzen vom Internet? Die Antwort ist ganz einfach, nämlich durch Streaming, Surfen und Chatten. Jedes benötigte Bit verbraucht Energie, dass in Rechenzentren gespeichert ist. Energie in Form von Rechenleistung, Kühlung und Strom. Milliarden von Kilowattstunden sind nötig und steigen Jahr für Jahr.

Doch in welche Form setzen sich die Bits zusammen?
Ganz typisch sind Bits in Codezeilen, Bild- und Videodateien wiederzufinden. Je mehr und größer die Dateien, desto mehr CO2 wird ausgestoßen. Nehmen wir als Beispiele die Webseiten Wikipedia und YouTube. Zum großen Teil bestehen die Seiten von Wikipedia nur aus Text und kleinen Bildern. Anders als die Startseite von YouTube, die voll gepickt mit Videos, Vorschaubilder und Animationen ist. Schätzungen zufolge verbraucht eine Wikipedia-Seite pro Aufruf 0,58 Gramm CO2. Die Startseite von YouTube benötigt 2,89 Gramm pro Aufruf.

Mit welchen Maßnahmen kann man den CO2-Ausstoß verringern?

Hoster mit Ökostrom

Das Zauberwort ist Green Hosting. Eventuell muss ein neuer Hoster gesucht werden. Der Hoster muss mit Ökostrom arbeiten und seine Rechenzentren effizient klimatisieren.

Schlanke Entwicklung

Hier ist Köpfchen vom Entwickler gefragt. HTML, CSS und Bilder müssen so klein wie möglich sein. Eine normale Präsentationswebseite ist im Schnitt ca. 2 MB groß. Doch dann stellt sich die Frage, soll man auf schöne Webdesigns verzichten?

Vermeidung von Datenmüll

Wenn Websites schlank entwickelt werden sollen, dann soll auch der Datenmüll so gering wie möglich sein. Sprich, Informationen auf der Webseite reduzieren oder Codezeilen mehrfach nutzen.

Startseite von Youtube Die Startseite von Youtube wird mit vielen Videos und Thumbnails geladen

Was sind die wichtigsten Kriterien für Nutzer?

Eine Webseite soll nicht für das Unternehmen entwickelt werden, sondern für den Nutzer. Der Nutzer wird es einem danken, wenn die Usability auf den Nutzer ausgerichtet ist. In die Usability spielen folgende Kriterien eine entscheidende Rolle:

1. Seitengeschwindigkeit

Eine ökologische Webseite soll nach dem aufrufen der URL schnellmöglich laden. Ist dies nicht der Fall, muss überprüft werden, welches Element oder technische Komponente die Ladezeit nach oben steigen lässt.

2. Einfaches Finden / Usability

Grundlegend muss man davon ausgehen, dass Nutzer keine Zeit haben. Daher soll die Seite vom informationellen Gehalt sehr einfach gehalten werden. Der Nutzer möchte schnellstmöglich an die gewünschten Informationen gelangen.

3. Responsive

Das eine Webseite auf mobilen Endgeräten genauso gut funktioniert wie auf dem PC/Laptop muss heutzutage selbstverständlich sein. Zudem ist responsive Design ein wichtiger Faktor bei der Suchmaschinenoptimierung.

4. Design

Dieser Punkt spiegelt indirekt Punkt 2 wieder. Auch wenn die Webseite minimalistisch gehalten werden soll, darf sie dennoch nach etwas aussehen. Zudem wirkt es gerade in der jungen Generation positiv, wenn die Webseite ansprechend und übersichtlich gestaltet ist.

Anhand der vier Kriterien ist, es nicht einfach, eine schlanke Webseite zu gestalten. Da diese noch ein ansprechendes Design und eine gerine Ladezeit vorweisen muss. Um auf ein umweltfreundliches Design zu kommen, ist es besser mit einem minimalistischen Design anzufangen, um nach Erprobungsphasen nachzubessern. Auf die anderen Punkte ist trotzdem Rücksicht zu nehmen.

Wie eine schlankes Webdesign entwickeln?

Eine Methode ist, das Müllvermeidungsprinzip. Sprich die Punkte Reduzierung, Wiederverwendung und Recycling sind zu beachten.

Reduzierung
Die Webseite soll auf das wesentliche reduziert sein. Für die Nutzer ist es besonders wichtig möglichst schnell an die Informationen zu kommen. Das bedeutet, wichtige Informationen sollen über wenige Klicks aufrufbar sein. Man steigert dadurch nicht nur die Zufriedenheit des Nutzers, sondern auch die Performance und Usability. Der Mobile First Ansatz kann dabei ein erster Schritt sein.

Wiederverwendung
Eine Webseite strukturiert zu gestalten, ist nicht neu und eine Selbstverständlichkeit. Im Hintergrund soll der Code ebenfalls strukturiert sein. Dies dient dazu, Muster im Code zu erkennen, die wiederverwendet werden können. Sprich bestimmte Codeblöcke können bis zum Inhalt 1:1 kopiert werden. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch CSS-Code.

Recycle
Jede Webseite ist in verschiedene Elemente aufgeteilt. Genauer gesagt soll es nur ein Modul für Slider, Text, Bild oder Buttons geben. Die Webseite ist damit nicht nur einheitlich und strukturiert gestaltet, sondern auch Code-sparend entwickelt.

Fazit: Werden Webseiten zukünftig eintönig und langweilig?

Auf schönes Webdesign muss man in Zukunft nicht verzichten. Es wäre auch fatal für jedes Unternehmen oder Start-Ups. Schließlich hinterlässt ein gutes Webdesign einen positiven Eindruck. Die Entwicklung eines ökologischen Webdesigns muss eben mehr durchdacht werden. Angefangen beim Hosting bis hin zur Entwicklung. Dennoch muss sich auch im Design etwas ändern. Gerade jetzt geht der Trend über, Webseiten so schlank wie möglich zu gestalten. Dadurch ist es nun einfacher, einzigartige Designs zu kreieren.

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