Social Media

Recruiting und Employer-Branding über soziale Netzwerke

„Bewerbungen bitte in die Comments!“

Fachkräftemangel und Digitalisierung treiben HR-Strategen dorthin, wo sich potenzielle Bewerber aufhalten – in die sozialen Netzwerke. Für Recruiting und Employer Branding bieten diese Kanäle vielfache Möglichkeiten der Kontaktaufnahme.

Social Recruiting

Social Recruiting vernetzt Social Media und Recruiting und verbindet so Bewerber und potentielle neue Mitarbeiter über soziale Netzwerke mit dem Unternehmen. Es gibt dabei eine Vielzahl an verschiedenen Kanälen die Unternehmen nutzten, um Kandidaten aufzuspüren, mit ihnen in Kontakt zu treten und sich darüber hinaus mit ihnen zu vernetzen.

Für das Social Recruiting sind zwei Methoden relevant. Zum einen das Social Profiling, über das Stellenanzeigen zielgruppengerecht auf den verschiedenen Plattformen aufbereitet und geteilt werden, damit potentielle Bewerber auf Unternehmen aufmerksam gemacht werden. Zum anderen die Social Distribution, worunter man die direkte Kontaktaufnahme mit möglichen Kandidaten versteht.

Social Media boomt

Laut Social-Media-Personalmarketing-Studie-2018 tummeln sich Studenten und Absolventen im Internet vor allem auf Instagram, Snapchat und Pinterest. Tendenz steigend. Der Studie zufolge ist die Instagram-Nutzung unter Studenten und Absolventen im vergangenen Jahr um 76 Prozent gewachsen; Snapchat erzielte 56 Prozent Zuwachs und selbst Pinterest erfreut sich steigender Beliebtheit in dieser Zielgruppe. Hier stieg die Nutzung von 2014 bis 2018 um 225 Prozent.

Doch nicht nur die junge Generation nutzt die Social-Media-Dienste, auch Fach- und Führungskräfte zeigten ein wachsendes Interesse an den jungen Kanälen. So wuchs 2018 beispielsweise die Instagram-Nutzung in dieser Zielgruppe um 50 Prozent gegenüber 2017. Selbst die Snapchat-Nutzungsrate liegt hier mit 19 Prozent vergleichsweise hoch.

Snapchat

Auf den ersten Blick ist Snapchat ein unpassendes Medium für das Recruiting: Die Posts löschen sich nach 24 Stunden selbst, es gibt keine Kontaktlisten zum Stöbern und die Usability der App ist für viele mehr als gewöhnungsbedürftig. Die Vorteile offenbaren sich erst beim genaueren Hinsehen: Es gibt kaum ein Medium, bei in dem sich ein Unternehmen authentischer präsentieren könnte, da jeder Snap einzigartig und vergänglich ist. So kann man als Unternehmen die verschiedensten Sachen zeigen. Ein Beispiel stellen die sogenannten „Takeovers“ dar: Unterschiedliche Personen übernehmen für einen gewissen Zeitraum den Unternehmenskanal und teilen dabei ihren Alltag. So könnten zum Beispiel Azubis den Snapchat-Kanal übernehmen und von ihrer Arbeit, Seminaren oder Veranstaltungen berichten.

Snapchat Recruiting
Snapchat eignet sich hervorragend für einen Blick hinter die Kulissen

Kommentar Salmen: Ich würde Bilder von HR-Aktionen hier abbilden in den Kanälen. Wäre dann ein Beispiel. Kurz die Aktion beschreiben. Dies wäre für alle Kanäle interessant und ein Mehrwert für den Leser.

Instagram

Auch auf Instagram bietet sich die Möglichkeit, Takeovers zu präsentieren. Hierbei bietet diese Plattform den Vorteil, dass die sogenannten Storys dauerhaft auf dem Profil gespeichert werden können und sogar benannt werden können. Instagram eignet sich daher perfekt für die Darstellung von verschiedenen Abteilungen – da den Storys jederzeit neuer Content hinzugefügt werden kann. Kleiner Tipp: Am besten einen kurzen Ankündigungspost für jede Story erstellen.

Instagram Recruiting
Instagram bietet viele Features, die für Social Recruiting nützlich sind

Ein weiteres Mittel für eine authentische Kommunikation auf Instagram sind Live-Videos. Sie eigenen sich perfekt für größere Einblicke hinter die Kulisse aller Art – von der Schulung, über Teambuilding-Events bis hin zur Kongresspräsentation. Ein weiterer Vorteil: Die Mitarbeiter posten und teilen solche Kampagnen oft auch privat und sind so am Recruiting potentieller Kollegen maßgeblich beteiligt.

Pinterest

Während Snapchat und Instagram für einige Firmen schon eine wichtige Rolle spielen, scheint eine Plattform in Vergessenheit geraten zu sein: Pinterest. Vor drei, vier Jahren hatten bereits einige Unternehmen die Plattform für das Recruiting getestet, doch dann wurde es wieder ruhiger um Pinterest. Das Problem schienen weniger die Möglichkeiten der Plattform zu sein, denn dort kann aus Posts direkt auf die eigene Website verlinkt werden. Stattdessen scheint die Mechanik der Pinnwände und die nicht gut erreichbaren Zielgruppen das Problem zu sein. Letzteres könnte sich aber schon bald ändern und das Netzwerk somit für HR-Ziele wieder interessant machen. Seit einigen Monaten meldet sich das mittlerweile börsennotierte Unternehmen mit zahlreichen News zurück. So startete vor Kurzem die Werbevermarktung in Deutschland. Dies eröffnet wiederum die Möglichkeit, Inhalte an bestimmte Zielgruppen auszuspielen und macht Pinterest somit wieder attraktiv für das Social Recruiting.

Pinterest Recruiting
Pinterest wird nun doch wieder attraktiver für Social Recruiting

Social Recruiting erfordert somit Kreativität, denn die Social-Media-Kanäle wurden nicht für das Recruiting konzipiert. Um mit Nutzern in Kontakt zu treten, muss man deshalb aktiv werden. Die wichtigste Regel hierbei: Authentizität und Kontinuität.

Quellen

https://personalmarketing2null.de/wp-content/uploads/2018/09/Social-Media-Personalmarketing-Studie-2018_Gek%C3%BCrzter-Ergebnisbericht.pdf

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